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Häufig gestellte Fragen an uns

Leichte Sprache

Zuerst Fragen und Antworten in Leichter Sprache

Gütesiegel für Leichte Sprache von Pro Infirmis. Oben sind sechs bunte Linien. Darunter steht: Leichte Sprache.

 

Hinweis: geschlechter-neutrale Sprache

Wir verwenden in diesem Text geschlechter-neutrale Sprache.
Dazu nutzen wir den Doppelpunkt.
Wir schreiben zum Beispiel: ein:e Kunst-Therapeut:in.
Und: Kunst-Therapeut:innen.
Damit sind alle Menschen gemeint.
Egal, ob sie männlich oder weiblich sind oder ein anderes Geschlecht haben.

Was ist ein:e Kunst-Therapeut:in?

Kunst-Therapeut:innen sind Fachpersonen für Therapie.
Sie bieten Behandlungen für Menschen:

  • mit psychischen Problemen, Störungen oder Krankheiten
  • mit körperlichen Krankheiten
  • mit Entwicklungs-Störungen (zum Beispiel Kinder)
  • in Situationen der Veränderung
  • in Krisen-Situationen
  • und andere

Kunst-Therapeut:innen bieten Behandlungen
mit verschiedenen künstlerischen Mitteln an.
Zum Beispiel Mal-Therapie, Tanz-Therapie oder Musik-Therapie.

In der Schweiz gibt es seit 2011 eine staatliche Prüfung für diesen Beruf:
Kunst-Therapeut:in mit eidgenössischem Diplom.
Es gibt in dieser Ausbildung 5 Fach-Richtungen:

  • Bewegungs-Therapie und Tanz-Therapie
  • Drama-Therapie und Sprach-Therapie
    (Drama bedeutet hier Theater oder Schauspielerei)
  • Mal-Therapie und Gestaltungs-Therapie
  • Musik-Therapie
  • intermediale Therapie,
    das heisst: Therapie mit Malen, Musik, Theater
    und anderen künstlerischen Mitteln

Kunst-Therapeut:innen arbeiten mit Menschen aus allen Alters-Gruppen.
Sie arbeiten mit Einzel-Personen oder mit Gruppen.
Manche Menschen kommen von sich aus in die Kunst-Therapie.
Andere werden von einem Arzt oder einer Therapeutin zugewiesen.
Kunst-Therapeut:innen arbeiten in verschiedenen Bereichen:

  • Gesundheit
  • Soziales
  • Bildung

Sie arbeiten in der eigenen Praxis oder in Institutionen.
In Institutionen arbeiten sie mit anderen Fachpersonen zusammen.
Zum Beispiel mit Fachpersonen aus:

  • der Medizin
  • der Psycho-Therapie
  • der Pflege
  • der Sozial-Arbeit
  • dem Bildungs-Bereich

Was ist Kunst-Therapie?

In der Kunst-Therapie nutzen die Therapeut:innen künstlerische Mittel
und künstlerische Prozesse.
Ein Beispiel ist die Therapie mit Malen und Gestalten.
Hier werden vielleicht Papier und Stift oder Pinsel genutzt.
Oder auch Ton und andere Materialien, aus denen man etwas formen kann.

Mit dem künstlerischen Prozess ist das Zeichnen,
das Malen oder das Formen gemeint.
Die Kunst-Therapeut:innen begleiten diesen Prozess.

Klient:innen können beim Malen oder Gestalten ihren Gefühlen,
Gedanken, Erinnerungen und Erfahrungen eine Form geben.
Man sagt auch: Sie können ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken.
So entsteht ein Werk:
eine Zeichnung, eine Ton-Figur oder etwas anderes.
Dabei geht es nicht darum,
ein besonders schönes oder gelungenes Werk zu schaffen.
Es geht nur darum, sich auszudrücken.

Was passiert in der Kunst-Therapie?

Manchmal ist es schwierig, über Gefühle und Erfahrungen zu sprechen.
Zum Beispiel, weil das Erlebte sehr schmerzhaft ist.
Und man einfach nicht die richtigen Worte dafür findet.

Dann kann Kunst-Therapie helfen.
Die Kunst-Therapeut:innen begleiten die Klient:innen fachlich.
Der künstlerische Prozess und das entstandene Werk bieten einen Zugang
zu Gefühlen, Gedanken und Erfahrungen.
Die Fachperson kann dann zum Beispiel fragen:

  • Welche Materialien hast du bei der Gestaltung verwendet?
  • Was bedeuten diese Farben für dich?
  • Wie zeigst du deinen Alltag in der Gestaltung?

Auch Bewegung, sinnliche Erfahrungen wie Sehen und Tasten
und die Wahrnehmung des eigenen Körpers können eine Rolle spielen.

So kann man Zusammenhänge erkennen.
Und herausfinden, warum man bestimmte Gefühle hat.
Oder ein Problem plötzlich anders sehen.
Oder aus einer Erfahrung etwas lernen und sich weiterentwickeln.

Kunst-Therapie bietet deshalb einen Raum für:

  • Ausdruck
  • Beziehung (zu sich selbst und zu anderen)
  • Orientierung
  • und Veränderung

Wofür ist Kunst-Therapie gut?

Kunst-Therapie hat mehr Möglichkeiten als eine Gesprächs-Therapie.
Sie bietet einen neuen Zugang zum Innen-Leben eines Menschen.
Über das Gestalten, den Körper und die Sinne (Sehen, Hören, Fühlen).

Beim Gestalten kommen aber nicht nur innere Bilder, Gefühle,
Konflikte und Belastungen zum Ausdruck.
Sondern auch persönliche Fähigkeiten und Entwicklungs-Möglichkeiten.
Denn in der Kunst-Therapie können Klient:innen selber etwas ausprobieren.
Oder etwas verändern, wieder kaputt machen,
neu beginnen, weiter entwickeln.
Und man sieht sofort,
welche Wirkung die eigenen Entscheidungen und Handlungen haben.
Das ist wichtig für ein gutes Selbstwert-Gefühl.
Denn das kann ein Gefühl von Eigenständigkeit geben.

Die Kunst-Therapie kann Klient:innen deshalb auf viele Arten helfen.
Zum Beispiel kann sie helfen, dass die Klient:innen:

  • die eigene Situation anders sehen
  • ihre Gefühle besser verstehen und besser steuern können
  • neue Möglichkeiten entdecken, wie sie sich selber helfen können
  • besser mit Belastungen, Veränderungen
    und persönlichen Themen umgehen können

So kann die Kunst-Therapie die Selbst-Bestimmtheit fördern.
Und die Lebens-Qualität verbessern.

Wie lässt sich Kunsttherapie fachlich beschreiben?

Kunsttherapie verbindet künstlerisches Gestalten mit einem professionell begleiteten therapeutischen Prozess. Sie eröffnet einen Zugang zu Erfahrungen, die sich bildnerisch, körperlich und im therapeutischen Dialog wahrnehmen, ausdrücken und weiterentwickeln lassen. Im Gestalten können Wahrnehmungen, Gefühle, Erfahrungen und innere Zusammenhänge Ausdruck finden und verfügbar werden. Dabei steht nicht das künstlerische Ergebnis im Vordergrund, sondern das Erleben, Bearbeiten und Handeln im therapeutischen Prozess. Besonders dort, wo wir mit der Sprache an unsere Grenzen stossen. „Kunsttherapie initiiert und begleitet künstlerisches Handeln sowie Erleben vor dem Hintergrund therapeutischen Prozesswissens.“ (Constanze Schulze-Stampa)

Was sind künstlerische Therapien?

Künstlerische Therapien sind Therapieformen, die mit unterschiedlichen künstlerischen Medien arbeiten. Dazu zählen unter anderem Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie, Theatertherapie und Sprachtherapie. Künstlerische Therapien finden Anwendung in Kliniken, privaten Praxisateliers oder auch in Schulen. Sie können bei verschiedenen Menschen mit ganz unterschiedlichen Themen und Problemstellungen hilfreich sein. Im Vergleich zu Gesprächstherapien arbeiten sie nicht nur mit Sprache, sondern auch mit künstlerischen Mitteln. Unsere kunsttherapeutische Arbeit basiert auf einem humanistischen Verständnis von Beziehung und Entwicklung, wie es vor allem durch Carl Rogers formuliert wurde. Elemente aus der Gestalt- und Psychodramatherapie ergänzen diesen Ansatz. Im Zentrum steht das gestalterische Tun als eigenständige Form des Ausdrucks, das in einer wertschätzenden Beziehung Resonanz findet und inneres Wachstum ermöglicht. Dieser Ansatz wird häufig als „humanistische Kunsttherapie“ beschrieben. Für uns ist diese Haltung keine Zusatzoption, sondern Grundlage. In der Kunsttherapie geht es darum, Gedanken und Gefühle durch Mittel der Bildenden Kunst auszudrücken, etwa durch Malen, Plastizieren oder Spiel. Das kann entlastend wirken, gerade wenn Worte fehlen oder schwerfallen. So entsteht ein Zugang zu persönlichen Themen, ohne sie erklären zu müssen. Anders als ein Gespräch ermöglicht die Übersetzung meiner Erlebnisse in künstlerische Prozesse und Produkte ein Nacherleben durch Aussenstehende. Der künstlerische Ausdruck kann mir neue Perspektiven eröffnen, helfen, Erlebtes zu kommunizieren und mich persönlich weiterzubringen. In künstlerisch-therapeutischen Prozessen steht der persönliche Ausdruck im Vordergrund. Es geht nicht darum, ein besonders „schönes Bild“ zu malen oder eine besonders „tolle Choreografie“ zu entwickeln. Dennoch kann mit dem entstandenen Werk, weitergearbeitet werden; Es kann mitgenommen, präsentiert, besprochen, ausgestellt oder aufgeführt werden. In Deutschland wird der Begriff „Künstlerische Therapien“ als übergreifende Bezeichnung für verschiedene kunstbasierte Verfahren verwendet.

In der Schweiz ist Kunsttherapie ein gesetzlich anerkannter Beruf mit geregeltem Berufsbild, das in fünf Fachrichtungen gegliedert ist: Gestaltungs- und Maltherapie, Bewegungstherapie, Musiktherapie, Drama- und Sprachtherapie sowie Intermediale Therapie. Unsere Arbeit bei kunsthilftheilen orientiert sich an diesem schweizerischen Modell: Professionell, methodisch fundiert und krankenkassenanerkannt im Rahmen der Zusatzversicherung.

Auch international bestehen Unterschiede in der Nomenklatur und Anerkennung:
In Österreich ist Kunsttherapie bekannt, jedoch bislang ohne gesetzliche Regelung oder geschützte Berufsbezeichnung.
In den Niederlanden existieren staatlich anerkannte Bachelor- und Masterprogramme in Kunsttherapie; der Beruf ist dort klar strukturiert.
In Belgien und Luxemburg wird Kunsttherapie praktiziert, ist aber (noch) nicht gesetzlich geregelt.
Im Vereinigten Königreich ist Art Therapy ein staatlich anerkannter Beruf. Die Titel Art Therapist und Art Psychotherapist sind geschützt und setzen eine HCPC-Registrierung sowie ein anerkanntes Masterstudium voraus. Die BAAT (British Association of Art Therapists) vertritt den Berufsstand auf Fach- und Berufspolitischer Ebene.
In Frankreich ist die Art-thérapie verbreitet, jedoch nicht einheitlich geregelt. Es existieren verschiedene Ausbildungswege- sowohl universitäre als auch private – ohne gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Berufsverbände wie die FFAT (Fédération Française des Art-Thérapeutes) setzen sich für Qualitätsstandards und berufliche Anerkennung ein.
In Italien wird Kunsttherapie unter dem Begriff Arteterapia praktiziert. Auch hier fehlt bislang eine zentrale gesetzliche Regelung, doch zahlreiche spezialisierte Ausbildungsinstitute, teils in Kooperation mit Universitäten, bieten fundierte Programme an. Fachverbände wie die APIArt (Associazione Professionale Italiana Arte Terapeuti) engagieren sich für die Professionalisierung des Berufs.
In Spanien bieten Hochschulen Studiengänge in Arte-Terapia an, und Berufsverbände setzen sich für eine offizielle Anerkennung des Berufs ein.
In Portugal wird derzeit eine Petition für einen gesetzlich geregelten Rahmen geführt. Die SPAT (Sociedade Portuguesa de Arte-Terapia) bietet gestufte Ausbildungsgänge bis hin zur Qualifikation als Kunstpsychotherapeut:in an.

Unsere Haltung: Unterschiedliche Begriffe. Gemeinsames Anliegen. Bei kunsthilftheilen verbinden wir das anerkannte Schweizer Berufsverständnis mit internationaler Orientierung und fundierter fachlicher Expertise, geprägt durch vielfältige Berufspraxis, kontinuierliche Weiterbildung und wissenschaftliche Reflexion.

Hilft Maltherapie bei Depressionen und anderen psychischen Belastungen?

Ja – therapeutisches Malen und weitere kunsttherapeutische Verfahren mit ihren vielfältigen Mitteln und Methoden – wie plastisches Gestalten, Arbeit mit Ton, Collage, Zeichnung oder Drucktechniken, aber auch Fototherapie und performative Herangehensweisen können bei einer Vielzahl psychischer und psychosomatischer Beschwerden unterstützend wirken. Dazu gehören unter anderem: Depressionen, Erschöpfungszustände (Burnout), Ängste, soziale Ängste, Phobien, Schul- und Leistungsängste, Trennungsängste, Traumafolgestörungen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Trauerreaktionen, Belastungsreaktionen bei schwierigen Lebensereignissen, emotionale Herausforderungen, zwischenmenschliche Konflikte, Anpassungsprozesse sowie Themen rund um Persönlichkeitsentwicklung, chronische Erkrankungen, Krankheitsbewältigung und die Akzeptanz von Folgeerscheinungen. Kunsttherapie bietet einen geschützten Raum für Ausdruck, Verarbeitung und Neuorientierung jenseits von Sprache und Leistungsdruck. Sie kann ganz frei und offen sein, um dem eigenen Ausdruck Raum zu geben – manchmal aber helfen auch gezielte Impulse, um den schöpferischen Fluss in Gang zu bringen.

Inspiriert von Ansätzen der Konzeptkunst und zeitgenössischer künstlerischer Praxis geht es dabei nicht nur um das Bild oder das Objekt, sondern auch um Haltung, Kontext und Perspektive. Durch bewusste Verfremdung, Rollenwechsel oder das Einnehmen neuer Standpunkte können gewohnte Denk- und Beziehungsmuster in Frage gestellt und neu verhandelt werden. Die eigene Position (auch in Bezug auf das Material, den Raum oder die Thematik) wird sichtbar und gestaltbar. So eröffnet Intermediale Therapie und eine Integrative Kunsttherapie auch die Möglichkeit, innere Trennungen, Ambivalenzen oder Widersprüche nicht nur darzustellen, sondern lebendig zu erforschen, ohne sie vorschnell auflösen zu müssen.

Kann Kunsttherapie dir als Jugendliche:r helfen, wenn dir alles zu viel wird, du Angst hast, traurig bist oder Belastendes erlebt hast?

Ja. Kunsttherapie für Jugendliche kann hilfreich sein, wenn gerade vieles schwierig ist. Vielleicht fühlst du dich oft gestresst, hast Ängste, bist traurig, verletzt dich selbst oder hast etwas erlebt, das dich noch beschäftigt. Auch bei Schulproblemen, Konflikten zu Hause oder wenn dir alles zu viel wird, kann Kunsttherapie einen Raum bieten, um dich besser zu verstehen und neue Wege zu finden. Du musst dabei nicht gut malen können und du musst auch nicht sofort über alles sprechen. Gemeinsam schauen wir, was für dich passend ist. Kunsttherapie kann auch begleitend zu einer Psychotherapie oder nach einem Aufenthalt in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie stattfinden. Mehr Informationen findest du auf der Seite  Kunsttherapie für Jugendliche,

Wann reichen künstlerische Therapien allein nicht aus?

Künstlerische Therapien können eine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung ergänzen, ersetzt sie aber nicht, wenn eine solche Behandlung erforderlich ist.

Bei körperlichen Erkrankungen wie Tumor-, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen steht die entsprechende medizinische Behandlung im Vordergrund. Künstlerische Therapien können begleitend dabei unterstützen, mit Belastungen, Veränderungen und den Folgen einer Erkrankung umzugehen.

Auch bei schweren psychischen Erkrankungen, akuten Krisen oder akutem psychotischem oder manischem Erleben ist eine fachärztliche wie psychotherapeutische Behandlung und Begleitung erforderlich. Ob und in welcher Form ambulante Künstlerische Therapien supportiv sinnvoll sind, wird individuell und möglichst in Abstimmung mit den beteiligten Fachpersonen abgestimmt.

Unsere Empfehlung:
Für eine fundierte Diagnostik und um organische Ursachen auszuschliessen, empfehlen wir eine erste Abklärung bei einer Haus- oder Fachärztin bzw. einem Haus- oder Facharzt. Gestaltung im therapeutischen Prozess kann berühren, bewegen und auch Verunsicherndes zugänglich machen. Bei kunsthilftheilen finden Sie die notwendige sorgsame und professionelle kunsttherapeutische Begleitung.

Wer ist kunsthilftheilen?

kunsthilftheilen wurde 2021 von uns – Nici Schulcz Pereira und Nelson Ramos Pereira – gegründet. Als Kernteam kümmern wir uns um organisatorische, finanzielle und praktische Belange. Die Initiative kunsthilftheilen ist eine Plattform für den Malort von Nici und die kunsttherapeutische Praxis von Nelson.

Wir möchten das Feld der ambulanten künstlerischen Therapien und künstlerischen Begleitung in Kooperation mit Zuweisenden und Kostenträgerinnen weiterdenken und mitgestalten. Dabei verbinden wir unterschiedliche Zugänge zum ureigenen Ausdruck, Entwicklung und persönlichem Wachstum.

Nici ist Ansprechpartnerin für Kunst, schmuckhaftes Gestalten und den Malort. Nelson ist Ansprechpartner für ambulante Kunsttherapie, Lehrtherapie und Mentorat.

Der Stützpunkt von kunsthilftheilen befindet sich im Atelier im Badhaus der alten Spinnerei auf dem Kunzareal in Windisch. Zusätzlich bietet Nelson ambulante Kunsttherapie im Praxisatelier an der Feldeggstrasse in Zürich-Seefeld an.

Nici begleitet Menschen im wertfreien Malspiel, Nelson bietet qualitätsgesicherte Kompetenz in ambulanter Kunsttherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – psychodynamisch fundiert, traumsensibel und leitliniengestützt, mit einem besonderen Schwerpunkt auf sensomotorischer Kunsttherapie.

Warum heisst ihr kunsthilftheilen?

Weil wir Kunst in der Kunsttherapie als eine grundlegende Form menschlicher Selbstgestaltung sehen. Ein Prozess, in dem innere Erfahrungen sichtbar werden und Veränderung beginnen kann. Kunst ist mehr als Dekoration oder Ausdruck, sie ist ein Mittel, um sich zur Welt und zu sich selbst in Beziehung zu setzen. Wir sehen in der künstlerischen Tätigkeit einen sozialen und existenziellen Prozess, in dem Menschen sich und ihr Leben selbst gestalten und verändern können. Der Name kunsthilftheilen verweist auf unser Verständnis von Kunst als Quelle persönlicher Entwicklung, sozialer Verbundenheit und seelischer Gesundung. Dabei steht nicht ein therapeutischer Anspruch im Vordergrund, sondern das Vertrauen in die schöpferische Kraft des Menschen. Künstlerisches Tun kann Wahrnehmung schärfen, neue Perspektiven eröffnen und die Beziehung zum eigenen Erleben vertiefen. Es ermöglicht Erfahrungräume jenseits sprachlicher oder kognitiver Erfassung durch Material, Form, Farbe und Handlung.

In der Kunsttherapie steht das eigene Erleben im Gestalten im Mittelpunkt. Mit Farbe, Form und Material kann eine persönliche Spur entstehen, die wahrgenommen, verändert und weiterentwickelt werden kann. Etwas auszudrücken, was vielleicht lange keinen Raum hatte – ohne Worte, jenseits von richtig oder falsch.

Ganz ohne „die grosse Kunst“ und ganz ohne die Kunsttherapie entfaltet sich im freien Malspiel eine Spur, die niemand vorgibt – und doch ganz bei einem selbst ist.

Kunst, Hilfe und Heilung gehören für uns zusammen. Wir möchten über das ästhetische Handeln einen Raum schaffen, in dem – im Sinne Hans-Georg Gadamers – eine „innere Angemessenheit und Übereinstimmung mit uns selbst“ erfahrbar wird. Es geht dabei nicht um drei getrennte Begriffe, sondern um einen künstlerischen Zugang zum Lebenszusammenhang, mit schlichter Aufforderung, das eigene Leben zu gestalten. Deshalb schreiben wir kunsthilftheilen klein und als ein Wort.

Ich suche Kunsttherapie in Zürich. Worauf sollte ich achten?

Bei der Suche nach Kunsttherapie in Zürich lohnt es sich, auf Ausbildung und therapeutische Ausrichtung zu achten. In der Schweiz gibt es unterschiedliche Ausbildungswege. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal sind das eidgenössische Diplom sowie die Anerkennung durch Registrierungsstellen der Kostenträgerinnen.

Achten sie darauf, ob die therapeutische Haltung und das Angebot zu Ihrer eigenen Situation passen. Manche Menschen suchen Unterstützung bei Belastungen, Krisen, Ängsten oder Traumafolgen, andere möchten sich persönlich weiterentwickeln oder einen geschützten Raum für Selbsterfahrung und künstlerische Reflexion finden.

kunsthilftheilen bietet ambulante Kunsttherapie in Zürich-Seefeld sowie in Windisch an. Die Begleitung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und orientiert sich an aktuellen fachlichen Leitlinien, Ressourcen und individuellen Zielen.

Woran erkenne ich qualifizierte und anerkannte Kunsttherapeuten in der Schweiz?

Der Beruf Kunsttherapeut:in ist in den meisten Kantonen nicht reglementiert. Eine selbständige Tätigkeit ist daher in der Regel ohne behördliche Bewilligung möglich – mit Ausnahme des Tessins. Umso wichtiger ist es, bei der Wahl einer Kunsttherapeutin oder eines Kunsttherapeuten auf fundierte Qualifikationen zu achten. Es gibt anerkannte, modulare und berufsbegleitende Ausbildungswege mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Diese führen zunächst zum auf fünf Jahre befristeten Branchenzertifikat “Zertifikat Kunsttherapie”, das zur Sammlung praktischer Berufserfahrung berechtigt und die Voraussetzung für die Zulassung zur Höheren Fachprüfung (HFP) bildet. Die staatliche Examinierung und Diplomierung sind freiwillig. Wer diese Prüfung besteht, erhält das Eidgenössische Diplom (ED), verliehen durch das SBFI und die OdA Artecura. Dieses garantiert ein gesamtschweizerisch einheitliches Qualitätsniveau und hohe Standards in der Berufsausübung.

Unabhängig vom gewählten Ausbildungsweg ist entscheidend, dass Kunsttherapeut:innen leitliniengestützt, evidenzbasiert und methodisch fundiert arbeiten – auf Grundlage bewährter Verfahren, wissenschaftlicher Erkenntnisse und kontinuierlicher Weiterbildung. Klinische Erfahrung, Intervision und Supervision sind zentrale Elemente für eine individuelle und wirksame Begleitung.

Bei kunsthilftheilen distanzieren wir uns bewusst vom derzeit weit verbreiteten Trend, Kunsttherapie als Wellness- oder Wohlfühlangebot zu verstehen. Unsere Arbeit ist keine dekorative Kreativtechnik oder Selbsterfahrung „light“, sondern ein therapeutisch fundiertes Verfahren, das im Spannungsfeld von Psychiatrie, Psychologie, Kunst und Kunsttherapie steht, mit entsprechend hoher Verantwortung, Fachkompetenz und Wertehaltung. Eine ansprechende Website oder ein gedrucktes Informationsblatt sollten nicht allein als Qualitätsmerkmal gewertet werden. Daher lohnt es sich, genau hinzuschauen und nach Möglichkeit verschiedene Angebote kritisch zu vergleichen.

Die OdA Artecura präsentiert mit Kunsttherapie.swiss eine brandneue Plattform, die bald regionale Angebote vermittelt. Bis dahin finden Sie unter der Therapeut:innenliste der OdA Artecura eine hilfreiche Orientierung. Bei der Suche nach einer qualifizierten Kunsttherapeutin oder einem qualifizierten Kunsttherapeuten empfiehlt es sich, auf folgende vier klare Qualitätsmerkmale zu achten und entsprechend anzukreuzen:

  • Das Eidgenössische Diplom (HFP) steht für eine fundierte, staatlich anerkannte Ausbildung mit ausgewiesener fachlicher und ethischer Kompetenz.
  • Zusätzliche Qualifikationen wie „Lehrtherapeut:in“ weisen auf vertiefte berufliche Erfahrung hin.
  • „Mentor:in“ weist auf die Befähigung zur professionellen Begleitung anderer hin.
  • Die Krankenkassenanerkennung im Bereich der Zusatzversicherung ist ebenfalls ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie bietet finanzielle Entlastung und steht zugleich für ein weiteres Qualitätsmerkmal.

Wer auf diese Merkmale achtet, findet eine kunsttherapeutische Begleitung auf solidem professionellen Niveau.

Wir bei kunsthilftheilen vereinen alle oben genannten Kriterien, und ergänzen das Schweizer Modell durch ein vierjähriges akademisches Kunsttherapiestudium (240 ECTS) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), anerkannt durch swissuniversities, der Dachorganisation der Schweizer Hochschulen. Damit verbinden wir wissenschaftliche Tiefe, klinische Expertise, Praxiserfahrung, interdisziplinäre Kompetenz und eine kontinuierliche Ausrichtung an aktuellen Leitlinien. Unsere Qualität sichern wir durch regelmässige Weiterbildungen, Fachtagungen, Supervision, kollegiale Beratung (Intervision) sowie durch Lehrtherapie und Selbsterfahrung – auf Basis aktueller Qualitätsstandards, wie sie etwa vom gpk Fachverband für Kunsttherapie vertreten werden.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in der Schweiz ist unser Malort, in dem wir neben der Einzelkunsttherapie das Malspiel anbieten. Einen wertfreien, schützenden Raum ausserhalb therapeutischer Zielsetzung. Hier können Menschen jeden Alters tätig sein, ohne Bewertung, ohne Druck – einfach als Malende. Es entsteht ein Ort, an dem Freiheit und persönliche Entwicklung auf besonders ursprüngliche Weise zusammenfinden.

Was macht ihr: Kunst, künstlerische Therapien oder das Malspiel?

Wir widmen uns gleichermassen der Kunst, den künstlerischen Therapien und dem Malspiel, und schätzen eine postdisziplinäre Herangehensweise. Das bedeutet: Es geht uns nicht in erster Linie darum, aus welcher Disziplin etwas stammt, sondern um den kreativen Prozess und den Gegenstand selbst. Für uns gibt es kein Entweder-Oder: Kunst, die eigene Spur und künstlerische Therapie fliessen in unserer Arbeit ineinander und sind nicht strikt voneinander zu trennen. In unserer Arbeitsauffassung sind künstlerische und psychische Prozesse eng miteinander verknüpft. Ein ästhetischer Blick ist uns ebenso wichtig wie die inneren und sozialen Prozesse, die sich dabei entfalten. Manchmal entsteht daraus ein Kunstwerk, das später gezeigt wird – aber nicht immer. Im Malspiel beispielsweise werden die Äusserungen nie einem Publikum gezeigt. Der Schaffensprozess im Malort ist für uns entscheidend. Das Malspiel lässt sich als ein Spiel bezeichnen, das in seiner Anwendung weder der Kunst noch der Therapie im klassischen Sinne zugeordnet wird. Es geht uns darum, diesen ureigenen Prozess als solchen zu würdigen. Kunsttherapie ergänzt die Künste, indem sie gezielt psychische und soziale Prozesse einbezieht. Während Kunst keinen äusseren Zweck erfüllen muss (L’art pour l’art), verfolgt Kunsttherapie ein L’art pour l’autre – eine „Kunst füreinander“. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen zu ihrer eigenen Äusserung kommen und ihre natürliche Spur entstehen lassen können. Wir stehen für eine Demokratisierung der Künste: Kunst soll allen zugänglich sein, unabhängig von Vorerfahrungen oder vermeintlicher Begabung. Sie müssen nicht Tanz, Theater, Musik oder Bildende Kunst studiert haben, um sich künstlerisch auszudrücken. Bei kunsthilftheilen fühlt sich Nici besonders der Kunst verpflichtet – und darüber hinaus ihrer Rolle als Ermöglicherin des wertfreien Ausdrucks im Malspiel. Dabei vertritt sie eine neue Betrachtungsweise der Spur, bei der jede Deutung ausgeschlossen wird – ganz losgelöst von Kunst und therapeutischen Ansätzen. Ihr Wirken setzt auf die tiefgreifende, eigenständige Lebensbewegung der Malenden, die frei von Ziel und Bewertung ist. Das Malspiel bei ihr ist ein schützender Raum für spontane, schöpferische Entfaltung.

Was ist das Malspiel und was ist der Malort?

Das Malspiel ist eine freie, ungestörte Form des Malens, die weder Techniken vermittelt noch Wertungen zulässt. Es dient der Freude an der eigenen Spur und findet in einem besonderen Raum statt: dem Malort. Am Dienstag- und am Donnerstagnachmittag und -abend verwandelt sich unser Atelier im Badhaus in einen Malort mit einzigartiger Atmosphäre. Tageslichtähnliche Lampen beleuchten die Farben farbecht, und das hochwertige Material – wie deckende Gouachefarben und feine Pinsel – weckt Lust auf kreatives Tun. Hier können Menschen jeden Alters, ab etwa 5 Jahren, gemeinsam malen, ohne sich zu vergleichen. Während des Malspiels sprechen wir nicht über die Bilder, um ein unbefangenes, spielerisches Gestalten zu ermöglichen. Die entstandenen Werke bleiben im Malort, sicher verwahrt, und werden nicht kommentiert. Das Malspiel lädt dazu ein, inneren Ausdruck ohne Bewertung oder Druck zu erleben.

Was macht die Kunst in der Kunsttherapie?

Kunst lässt verschiedene Sichtweisen zu – und eröffnet zugleich neue. Allerdings ist Kunst nicht per se heilsam. Sie kann „unter die Haut gehen“, irritieren und auch verstören und mitunter Erfahrungen von Fremdheit oder Einsamkeit verstärken. Künstlerisches Gestalten allein führt nicht zwangsläufig zu einer heilsamen Entwicklung.

Entscheidend ist deshalb die therapeutische Begleitung: Bei uns finden Sie einen strukturierten und gleichsam offenen Rahmen, in dem gestalterische Prozesse gesehen, verstanden, in Beziehung gesetzt und gehalten werden können.

Kunsttherapie ist eine Arbeitsweise, die sich im Medium der Bildenden Kunst bewegt. Gedanken, Gefühle, Schwierigkeiten und Situationen finden im bildnerischen Schaffen Ausdruck. So können sie sich als Klient:in ihren Gedanken, Emotionen und Herausforderungen auf konstruktive Weise nähern. In der Einzelkunsttherapie kommen sie im spielerischen Umgang mit dem eigenen Inneren in Kontakt. Kunst machen bietet Anregung zu neuen, kreativen und lösungsorientierten Denk- und Handlungsweisen und fördert die Persönlichkeitsentwicklung.

In Ansätzen wie der Formanalytischen KunstTherapie nach Prof. Doris Titze und der Resonanzbildmethode nach Prof. Dr. med. Gisela Schmeer wird besonders deutlich, wie das Wahrnehmen und in Beziehung setzen von Formen, Kompositionen und Bildinhalten zum Spiegel innerer Prozesse werden kann. Während sich die formanalytische Arbeit stark auf die formalen Merkmale des Bildes und deren Funktion als gestalthafte Ausdrucksformen psychodynamischer Prozesse richtet, geht es in der Resonanzarbeit um das dialogische In-Beziehung-Treten mit dem Bild – sei es selbst geschaffen oder betrachtet. Beide Zugänge ermöglichen ein vertieftes Selbstverständnis und eröffnen neue Spielräume im Umgang mit inneren Spannungen und Ressourcen.

Diese Zugänge verdeutlichen, wie sehr künstlerisches Arbeiten mit inneren Prozessen verwoben ist. Entsprechend ist auch unsere Arbeitsweise prozessorientiert und richtet sich nach ihren individuellen Bedürfnissen und ihrem gestalterischen Verlauf. Dabei steht nicht das Ergebnis, sondern das Erschaffen an sich im Mittelpunkt. Es gibt keine feste Zielvorgabe, wie ein Kunstwerk auszusehen hat. Es geht darum, einen authentischen individuellen Ausdruck zu finden und weiterzuentwickeln. Der Gedanke, etwas „falsch“ beziehungsweise „nicht gut“ zu machen, hindert viele Menschen oft daran, eigene Ideen umzusetzen. Im wertfreien Rahmen prozessorientierter Arbeit können neue kreative Erfahrungen gemacht werden. Dabei kann es auch sein, dass wir schlicht ein neues Interesse im Gewöhnlichen oder im Alltäglichen entdecken.

Die dabei verwendeten bildnerischen Materialien sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Sie reichen von klassischen Medien wie Zeichnung und Malerei über Collage, Plastik, Fotografie, Textil, darstellend-performative Formen bis hin zu zeitgenössischen Formaten wie Installation oder Aktionskunst. Bei uns finden Sie dafür die notwendige kunsttherapeutische Begleitung.

Was bedeutet euch „das Schöne“?

Das Schöne fasziniert, inspiriert und fordert uns heraus. Es ist nicht nur eine Eigenschaft der Dinge, sondern auch eine Frage der Haltung und des Handelns. Die Suche nach dem Schönen ist eine Einladung, das eigene Leben aktiv zu gestalten – es nicht nur zu leben, sondern es wie ein Kunstwerk zu formen. Dabei ist das Schöne kein fertiges Ziel, sondern ein Prozess, ein Weg, den wir durch Übung und Experiment beschreiten.

So nähern wir uns der Idee des Schönen als einem Ausdruck des ästhetischen Handelns: Wir wollen Kunst leben. Aus dieser Haltung speist sich unsere Praxis aus zwei wesentlichen Quellen: Einerseits aus der Sozialen Plastik nach Joseph Beuys, andererseits aus Michel Foucaults Aufforderung zur „áskesis“ – einer Übung, sich selbst als Gestalter:in des eigenen Lebens zu entwickeln. Dies zeigt sich in unserer Arbeit beispielsweise durch sogenannte Urgebärden, sowie durch Übungen zu Handformen und den Basissinnen.

Was bedeutet sensomotorische Kunsttherapie?

Langsamkeit und Intensität sind zwei zentrale Prinzipien in der sensomotorischen Kunsttherapie. Sie setzt bereits im Gestaltbildungsprozess an, noch bevor eine konkrete Gestaltung entsteht. Im Fokus steht das Verknüpfen von Bewegung und sensorischer Wahrnehmung mit deren Rückmeldungen im Körper. Durch die Kopplung positiver Beziehungserfahrungen mit gleichzeitiger Körperwahrnehmung können Affektregulation und Selbstwertgefühlpositiv beeinflusst werden. Wird dieser Prozess differenziert begleitet, können erlernte Handlungs- und Beziehungsmuster erkannt und verändert werden.
Dazu gehören Übungen, wie die Methoden Formenzeichnen, Geführtes Zeichnen, Arbeit am Tonfeld® sowie Impulse aus dem Lösungsorientierten Malen LOM®. Ihre gemeinsamen Grundlagen, Mittel und Medien sowie das konkrete Gestalten orientieren sich am Prinzip: „Low Skills – High Sensitivity.“ Nicht das künstlerische Können steht im Vordergrund, sondern das Spüren, Bewegen, Wahrnehmen und Sich-Einlassen auf den Prozess. Zentral ist dabei das leibliche Erleben über die Hände: Viele Übungen arbeiten beidhändig oder mit der ungeübten Hand und beziehen Tastsinn, Bewegung, Rhythmus und Materialwiderstand unmittelbar ein. Haptische Erfahrungen und die sogenannten Basissinne bilden deshalb eine wichtige Grundlage sensomotorischer Kunsttherapie.

Beim Formenzeichnen werden Linien und Bewegungsabläufe wiederholt und aufmerksam geführt. Rhythmus, Orientierung und die Wahrnehmung der eigenen Bewegung treten dabei in den Vordergrund.

Das Geführte Zeichnen basiert auf dem graphischen Ausdruck von Urformen, welche Maria Hippius erkannte. Weiter entwickelt nach Ortrud Deuser lässt diese Methode unwillkürliche Bewegungsimpulse und wiederkehrende Grundformen entstehen. Besonders beim beidhändigen Zeichnen kann ein eigener Bewegungsfluss sichtbar werden; Öffnet Zugänge zu unbewussten Körper- und Beziehungserfahrungen. Der von Cornelia Elbrecht darin weiterentwickelte Bottom-up-Ansatz nutzt sensomotorische Prozesse als direkte Zugänge zur inneren Regulation. Anstelle von kognitiver Verarbeitung steht das körperlich basierte Spüren und Bewegen im Mittelpunkt. Wiederkehrende Bewegungsmuster, Ressourcen und Formen der Beziehungsgestaltung können dadurch wahrnehmbar und weiterentwickelbar werden.

Ähnlich arbeitet die Arbeit am Tonfeld® nach Heinz Deuser, die das taktile, formende Arbeiten mit beiden Händen im Ton nutzt, um über unmittelbare haptische Erfahrung frühe Beziehungsmuster leiblich erfahrbar und veränderbar zu machen. Beide Hände begegnen dem feuchten Ton, seinem Widerstand und seiner Formbarkeit. Wahrnehmen, Berühren, Bewegen und Gestalten werden dabei zu einem zusammenhängenden leiblichen Prozess.

Das Lösungsorientierte Malen LOM® nach Bettina Egger und Jörg Merz ist dagegen stärker strukturiert und an einem konkreten Anliegen orientiert. Belastende, tatsächlich gesehene innere Erinnerungsbilder werden bildnerisch aufgenommen und verändert. Für Gefühle, Körperempfindungen oder Gedanken arbeiten wir im LOM® auch mit gegenständlichen Metaphern. Ziel ist eine Veränderung der mit dem Anliegen verbundenen emotionalen Reaktion. Nelson setzt es dort ein, wo ein klar umrissenes Anliegen und ein strukturierter bildnerischer Prozess sinnvoll sind.

Die Verfahren unterscheiden sich damit in ihrem Zugang: Während Arbeit am Tonfeld® und Geführtes Zeichnen besonders unmittelbar über Haptik, Bewegung und Körperwahrnehmung arbeiten, stehen beim Malen stärker Bildentstehung und Bewegungsfluss beim Zeichnen Qualitäten, Selbstwahrnehmung und neue Handlungserfahrungen und beim LOM® die strukturierte Arbeit an einem konkreten Anliegen im Vordergrund. Sensomotorische Kunsttherapie verbindet diese Zugänge dort, wo es therapeutisch sinnvoll ist. Über Material, Wahrnehmung, Bewegung, Beziehung und konkretem Handeln können Ressourcen aktiviert, Selbstregulation unterstützt und neue Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und eigener Steuerung ermöglicht werden.

Was ist Begleitendes Malen?

Das Begleitende Malen ist eine dialogische kunsttherapeutische Methode nach Helena Schrode und Klara Schattmayer-Bolle. Während die Klientin oder der Klient gestaltet, malt auch die Kunsttherapeutin oder der Kunsttherapeut auf einem eigenen Bildgrund. Bewegungen, Rhythmus, Farbe oder Form des entstehenden Bildes können dabei aufgenommen und in einer eigenen Gestaltung beantwortet werden.

Das Bild wird so Teil einer unmittelbaren Beziehungserfahrung: Nicht nur Worte, sondern auch gestalterische Bewegungen können wahrgenommen, gespiegelt und beantwortet werden. Die therapeutische Person bleibt dabei nicht ausschliesslich beobachtend, sondern wird zu einem handelnden Gegenüber. Im Mittelpunkt stehen Resonanz, Beziehungsgestaltung sowie die Möglichkeit, eigene Impulse und Reaktionen deutlicher wahrzunehmen.

Klara Schattmayer-Bolle beschreibt das Gestalten insbesondere als Möglichkeit des Spiegelns und Gespiegeltwerdens. Das entstandene Werk kann dabei zum Gegenüber und zum sichtbaren Bezugspunkt für Gedanken, Gefühle und Beziehungserfahrungen werden. In der klinischen Anwendung richtet sich der Blick auch auf Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse sowie auf die Stärkung von Autonomie und Ich-Funktionen.

Was ist anthroposophische Kunsttherapie?

Anthroposophische Kunsttherapie ist ein eigener Ansatz innerhalb der Kunsttherapie, die auf dem Menschenbild der Anthroposophie nach Rudolf Steiner basiert. Sie verbindet künstlerisches Gestalten mit spezifischen Vorstellungen über körperliche, seelische und biografische Entwicklungsprozesse. Im Zentrum stehen gezielt eingesetzte künstlerische Mittel wie Malerei, Zeichnung oder plastisches Gestalten. Diese werden nicht nur als Ausdruck verstanden, sondern auch im Hinblick auf ihre spezifischen Wirkungen im therapeutischen Prozess differenziert eingesetzt.

Heute ist die Kunsttherapie insgesamt breiter aufgestellt. Neben anthroposophisch orientierten Ansätzen umfasst sie auch psychodynamische, systemische, körper- und wahrnehmungsorientierte sowie traumainformierte und integrative Ansätze. In der Praxis arbeiten wir von kunsthilftheilen integrativ, psychodynamisch fundiert und traumainformiert. Wir orientieren uns an fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, klinischer Erfahrung sowie an der individuellen Lebens- und Behandlungssituation unserer Klient:innen.

Entscheidend ist für uns weniger die Zugehörigkeit zu einer einzelnen therapeutischen Schule als eine fachlich begründete, ethisch verantwortete und individuell abgestimmte Behandlung. Die therapeutische Beziehung, das künstlerische Geschehen und die konkrete Situation des Menschen bilden dabei den Bezugsrahmen unserer Arbeit.

Was heisst prozessorientiertes Gestalten?

Künstlerische und innere Prozesse lassen sich nicht planen oder vorhersehen. Deshalb arbeiten wir prozessorientiert: Wir reagieren flexibel auf das, was sich im Moment zeigt, und begleiten individuelle Entwicklungen ohne schnelle Lösungen. Im Zentrum steht der innere Wandlungsprozess – nicht das fertige Ergebnis. Der Weg entfaltet sich im Dialog, offen, individuell und ohne Bewertung. Wir können zwar auf eine Ausstellung hinarbeiten, doch im Mittelpunkt steht nicht das „Produkt“ Ausstellung, sondern das Erschaffen an sich. Wir haben keine feste Zielvorgabe, wie die Ausstellung auszusehen hat. Stattdessen entwickeln wir sie gemeinsam mit allen Kollaborateur:innen – gleichberechtigt und im Dialog.

Was heisst partizipative Arbeit?

Partizipation bedeutet Mitbestimmung. Wir arbeiten partizipativ, das heisst: alle Kollaborateur:innen haben ein gleichwertiges Mitspracherecht. Wir versuchen Hierarchien, Rangordnungen oder Machtgefälle zwischen den Beteiligten zu vermeiden. Die Meinung und Erfahrung einer betroffenen Person zählt genauso viel wie jene eines Künstlers oder einer Künstlerin oder kunsttherapeutisch Tätigen. Als Kernteam von kunsthilftheilen kümmern wir uns um die organisatorischen Rahmenbedingungen. In der künstlerischen Arbeit und bei Ausstellungen gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Wir möchten dem Raum geben, was sich zwischen Kollaborateur:innen und innerhalb der künstlerischen Medien entwickelt. Wie bereits erwähnt, ist es uns wichtig, die Künste allen zugänglich zu machen.
Vorerfahrung oder sogenannte Begabung sind nicht erforderlich um an den Projekten von kunsthilftheilen mitzuwirken.

Wie trägt Kunsttherapie zur persönlichen Entwicklung und zu einem menschlicheren System bei?

Kunsttherapie unterstützt Menschen nicht nur in ihrer individuellen Entwicklung, sondern wirkt auch in grösseren Zusammenhängen: Sie stärkt Beziehungsfähigkeit, öffnet kreative Denk- und Handlungsspielräume und ermöglicht, sowohl im persönlichen als auch im institutionellen Kontext, neue Sichtweisen.

In Kliniken, Schulen und anderen Einrichtungen bringen Kunsttherapeut:innen ihre spezifische Haltung und Fachkompetenz ein. Sie arbeiten interdisziplinär, kultursensibel und mit einem geschulten Blick für das, was nicht unmittelbar in Sprache gefasst werden kann. Dadurch entstehen Räume, in denen nicht nur Symptome behandelt, sondern auch Ausdruck, Beteiligung und Entwicklung gefördert werden.

Diese Perspektive eröffnet auch auf gesellschaftlicher Ebene neue Möglichkeiten: Kunsttherapie kann dazu beitragen, Inklusion zu stärken, psychische Gesundheit breiter zu denken und die Bedeutung kreativer Prozesse für ein gelingendes Miteinander sichtbar zu machen.

Was kennzeichnet die berufliche Identität von Kunsttherapeut:innen?

Kunsttherapeut:innen bewegen sich zwischen Kunst, Psychotherapie und Gesundheitswesen (nicht als Vermittler:innen, sondern) als eigenständige Fachpersonen mit einer spezifischen Haltung. Ihre berufliche Identität ist geprägt von der Fähigkeit, kreative Prozesse therapeutisch wirksam zu gestalten.

Sie arbeiten mit komplexem, oft nichtsprachlichem Erleben. Dabei verbinden sie verkörperte und intuitive Formen des Wissens mit wissenschaftlicher Reflexion. Im jeweiligen institutionellen und sozialen Kontext verortet.

Professionelle Kunsttherapie bedeutet, diese Komplexität anzuerkennen: Sie verlangt sowohl Anpassungsfähigkeit innerhalb von Strukturen als auch die Fähigkeit, kritisch und kreativ an diesen Strukturen mitzuwirken.

Kunsttherapeut:innen bringen nicht nur Methoden mit. Vielmehr stehen Kunsttherapeut:innen für eine Form von Wissen, die Beziehung, Ausdruck und Transformation gleichermassen ernst nimmt. Ihre Identität entsteht aus dieser Haltung. Und wächst durch Praxis, Supervision, Weiterbildung und reflektierte Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs.

Was ist traumasensible oder traumainformierte Kunsttherapie?

Traumainformierte Kunsttherapie berücksichtigt, dass belastende, überwältigende oder beziehungstraumatische Erfahrungen Wahrnehmung, Körpererleben, Selbstregulation und Beziehungen nachhaltig beeinflussen können. Traumainformiert bedeutet für uns deshalb zunächst eine therapeutische Haltung: Sicherheit, Transparenz, Selbstbestimmung und ein möglichst hohes Mass an eigener Steuerung im therapeutischen Prozess haben Vorrang. Belastende Inhalte werden nicht forciert und Überforderung möglichst vermieden.

Im Vordergrund stehen die Stärkung innerer Strukturen sowie das Wiedererleben von Kontrolle und Selbstwirksamkeit. Über Gestaltung, Material und therapeutische Beziehung können Erfahrungen von Orientierung, Regulation und eigener Handlungsmöglichkeit entstehen.

Zum Einsatz kommen in unserer Praxis insbesondere körper-, wahrnehmungs- und handlungsorientierte Verfahren der sensomotorischen Kunsttherapie, beispielsweise die Arbeit am Tonfeld®, Geführtes Zeichnen, Formenzeichnen, Lösungsorientiertes Malen LOM® sowie verschiedene Übungen mit Handformen aus Ton und Übungen zu den Basissinnen. Solche Bottom-up-orientierten Zugänge beziehen Berührung, Bewegung, Rhythmus, Materialwiderstand und Körperwahrnehmung in den therapeutischen Prozess ein.

Traumainformiert bedeutet dabei nicht automatisch traumafokussiert. Ohne entsprechende psychotherapeutische oder fachärztliche Fallführung arbeiten wir nicht konfrontativ an traumatischen Erinnerungen. Im Vordergrund stehen vielmehr Stabilisierung, Beziehungssicherheit, Affektregulation, Selbstwahrnehmung und die Erweiterung eigener Handlungsspielräume.

Wenn traumatische Erfahrungen im Rahmen einer bestehenden Psychotherapie gezielt bearbeitet werden, kann Kunsttherapie diesen Prozess ergänzend unterstützen. Dabei können bildhafte, körperliche oder emotionale Erfahrungen aufgenommen und so weiterentwickelt werden, dass Gegenwart und Vergangenheit zunehmend besser unterschieden werden können.

In unserer Praxis verstehen wir traumainformierte Kunsttherapie deshalb häufig als ergänzende Behandlung zu einer bestehenden Psychotherapie. Nelson schätzt die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Psychotherapeut:innen und anderen behandelnden Fachpersonen – im fachlichen Austausch und als wechselseitige Ergänzung der Behandlungsprozesse.

Wann ist eine traumainformierte Kunsttherapie sinnvoll? Und wo liegen ihre Grenzen?

Traumainformierte Kunsttherapie richtet sich an Menschen mit komplexen Belastungsreaktionen. Etwa infolge von Entwicklungstraumata, Vernachlässigung, Missbrauch oder chronischer Überforderung. Sie unterstützt dabei, Dissoziation zu vermindern, Körpersignale wahrzunehmen, affektive Zustände zu regulieren und allmählich wieder Zugang zu einem stimmigen Selbstgefühl zu entwickeln.

Zentral sind sensomotorische Verfahren, die auf körperlich basierter Selbstwahrnehmung beruhen und das Nervensystem direkt ansprechen. Über gestalterische Prozesse: wie das Arbeiten mit Ton, Linien, Rhythmen oder Wiederholungen, über Langsamkeit, Widerstand und haptische Gestaltbildung, entsteht eine Form von Selbstregulation, die jenseits sprachlicher Aufarbeitung wirksam wird. Das Vertrauen in eigene Grenzen, Bedürfnisse und innere Orientierung kann so gestärkt werden.

Bottom-up-zentrierte Ansätze nutzen gezielt die neurophysiologischen Grundlagen von Regulation und Bindung: Durch rhythmisch-sensorische Aktivierung, wiederkehrende Bewegungsmuster und strukturgebende gestalterische Prozesse können implizite Körpererinnerungen zugänglich werden, ohne sprachlich überfordert zu werden. Gerade bei Menschen mit frühen oder beziehungsbezogenen Traumata eröffnet diese nicht-kognitive Zugangsweise oft einen ersten stabilen Rahmen für Integration – im Erleben, nicht im Erzählen.

Kunsttherapie ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, sondern ergänzt sie gezielt. In unserer Praxis hat sich die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Psychotherapeut:innen als besonders hilfreich erwiesen – insbesondere wenn kunsttherapeutische Prozesse stabilisieren, Kontinuität bieten oder helfen, zwischen Gesprächsterminen innere Zustände zu integrieren.

Nicht jede kreative Tätigkeit ist traumasensibel. Entscheidend sind Haltung, eine klar strukturierte Vorgehensweise und eine verlässliche therapeutische Beziehung. Es geht nicht um expressive Entladung oder kreative Leistung, sondern um einen geschützten, fein abgestimmten Raum, in dem Kontrolle, Resonanz und Sicherheit im Vordergrund stehen.

Ich kann nicht malen. Soll ich trotzdem kommen?

Sehr gern! „Ich kann nicht malen“ sagt oft weniger darüber aus, was jemand tatsächlich kann, als darüber, welche Vorstellung davon besteht, wie ein Bild aussehen müsste. Sie brauchen keinerlei Vorkenntnisse. Bei uns geht es darum, der eigenen Spur zu folgen – ohne Vorgabe, Bewertung oder Deutung. Es steht also nicht das gelungene oder „schöne“ Bild im Mittelpunkt, sondern das Erleben im Gestalten: wahrnehmen, ausprobieren, verändern und eigene Handlungsmöglichkeiten entdecken. Manchmal genügt als Anfang eine Farbe, eine Linie oder eine Spur. Wir haben viel Erfahrung darin, Menschen behutsam an ihre ureigene Spur und Kunsttherapie heranzuführen. Come as you are (Kurt Cobain).

Mit welchen Materialien wird im Atelier bei euch gearbeitet?

In unserem Atelier steht eine grosse Vielfalt an Materialien und Farben zur Verfügung. Sie können mit hochwertigen Öl- und Pastellkreiden, Aquarell-, Gouache- oder Acrylfarben sowie mit Kohle arbeiten. Foto- und Bildbearbeitung kann sowohl analog als auch digital zum Einsatz kommen. Auch plastisches Arbeiten ist möglich – zum Beispiel mit Tonerde, Kaschierpapier und vielen weiteren Materialien.

Sprechen wir über meine Arbeiten und Werke?

Als Künstler und Kunsttherapeuten unterstützen wir Entstehungsprozess, Werk und gestaltende Personen individuell. Gerne nehmen wir uns die Zeit für ein Gespräch, wo – je nach Wunsch und Bedürfnis – über das Erlebte nachgedacht, Gedanken und Empfindungen mitgeteilt werden können.

Das Atelier im Badhaus von kunsthilfheilen soll ein Ort sein, wo Fantasie und Kreativität erlebt werden können. Nur dem eigenen Thema und Rhythmus verpflichtet schöpfen Sie aus dem breiten Spektrum kreativer Materialien und Techniken.

Wie lange dauert eine ambulante Kunsttherapie und wie läuft sie ab?

Die Dauer einer ambulanten Einzelkunsttherapie ist individuell sehr unterschiedlich und richtet sich nach den persönlichen Bedürfnissen, Zielen und dem Verlauf der Therapie. Manche Klient:innen profitieren bereits nach wenigen Sitzungen, andere begleiten wir über Monate oder auch längerfristig.

In der Regel beginnt die Einzelkunsttherapie mit einem Erstgespräch, in dem wir gemeinsam den Auftrag klären und passende Ziele festlegen. Anschliessend folgen zwei probatorische Sitzungen. Diese dienen vor allem dazu, dass sich Klient:in und Therapeut:in gegenseitig kennenlernen. In dieser Zeit kann die Klient:in für sich prüfen, ob sie sich eine Zusammenarbeit im Rahmen der Einzelkunsttherapie vorstellen kann und sich bei der oder dem Kunsttherapeut:in gut aufgehoben fühlt. Wir nutzen die probatorischen Sitzungen vor allem, um uns ein umfassendes Bild der aktuellen Belastungen und Beschwerden zu machen – im Sinne einer kunsttherapeutischen, insbesondere haptischen Diagnostik. Dabei werden die wichtigsten Informationen gemeinsam erarbeitet und dokumentiert. Neben therapeutischen Gesprächen werden dazu häufig gestalterische Übungen wie die sogenannten Urgebärden sowie Übungen zu Handformen und Basis-Sinnen genutzt – insbesondere die Arbeit am Tonfeld zur Unterstützung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht ihre Herausforderung oder Krise, sondern die Möglichkeit, über ihre eigene Lebensbewegung neue Antworten und Lösungen zu finden.

Erst danach entscheiden wir gemeinsam über den Beginn regelmässiger Sitzungen, meist wöchentlich oder zweiwöchentlich, in denen gestalterische Prozesse im geschützten Raum stattfinden. Die Reflexion des kreativen Ausdrucks unterstützt dabei die persönliche Entwicklung und Heilung. Unser Ansatz ist stets traumasensibel, leitliniengestützt und fachlich fundiert. So gewährleisten wir eine therapeutische Begleitung, die auf die individuellen Bedürfnisse jeder Klient:in zugeschnitten ist.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Ja – viele Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten für Kunsttherapie.

Wie funktioniert die Abrechnung bei kunsthilftheilen?

In unserer Praxis kunsthilftheilen erfolgt die Abrechnung transparent und klientenfreundlich: Die Rechnungsstellung erfolgt jeweils am Monatsende. Und wird per E-Mail zugestellt. Für kunsttherapeutische Sitzungen bei Nelson erhalten Sie eine Rechnung mit Rückerstattungsbeleg zur Einreichung bei Ihrer Zusatzversicherung. Das Malspiel im Malort ist ein freies Angebot mit eigener Rechnungsstellung, ohne Beleg für die Versicherung.

Wenn gewünscht, ist auch eine direkte Bezahlung möglich – bequem und kontaktlos per Twint, Kreditkarte, Bankkarte oder Apple Pay. Barzahlung ist nach vorheriger Absprache möglich.

Nelson verfügt über die nötige Krankenkassenanerkennung. Er ist sowohl im EMR-Register als auch im ASCA-Register sowie im Therapeutenregister der Visana als Kunsttherapeut eingetragen; zusätzlich wird er bei EGK-SNE aufgeführt. Die zugehörigen Registrierungsnummern lauten: ZSR-Nr. I226063, EMR-Nr. 41598, ASCA-ID 100792 und EGK-Nr. 50813. Diese Anerkennungen bestätigen, dass er die Qualitätskriterien erfüllt, und sie ermöglichen eine Erstattung der Kosten ambulanter Kunsttherapie durch die meisten Zusatzversicherungen.

Trotzdem sollten Sie vor Beginn der Therapie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob und in welchem Umfang eine Kostenübernahme möglich ist. Jede Versicherung erstattet nur Behandlungen, die in ihrem Leistungskatalog enthalten sind. Klären Sie deshalb im Voraus, ob eine ambulante Kunsttherapie in Ihrem Vertrag abgedeckt ist und ob gegebenenfalls eine ärztliche Verordnung benötigt wird. Falls Unsicherheiten bestehen, empfehlen wir, direkt bei Ihrer Kostenträgerin nachzufragen. Sie können dabei auch unsere Registrierungsnummern angeben, damit Ihre Versicherung die Deckung und Voraussetzungen einfach prüfen kann.

Wie funktioniert die Kostenübernahme für ambulante Kunsttherapie durch Zusatzversicherungen in der Schweiz?

Die gesetzlichen Grundversicherungen übernehmen keine Kosten für ambulante Kunsttherapie. Stattdessen erfolgt eine Kostenübernahme über die Zusatzversicherung: Wichtig ist dabei, dass die Kunsttherapeutin oder der Kunsttherapeut über eine Krankenkassenanerkennung verfügt. Eine Kostenbeteiligung ist je nach Zusatzversicherung und Versicherungsprodukt möglich. Voraussetzung ist die Anerkennung der behandelnden Fachperson durch eine Registrierungsstelle wie dem Erfahrungsmedizinischen Register (EMR) oder der Stiftung ASCA, oder durch die Aufnahme in das Therapeutenregister einzelner Krankenkassen (beispielsweise Visana).

Welche Bedingungen im Detail gelten, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag und der Krankenkasse ab. Manche Zusatzversicherungen verlangen für die Kostenübernahme eine ärztliche Verordnung und eine Diagnose (nach ICD-11). Dafür ist eine Zuweisung mit Verordnungsformular durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich. Nutzen Sie dafür folgendes Formular für den Aargau. Und nutzen Sie folgendes Verordnungsformular für Zürich. Ebenso variiert die Höhe der Rückerstattung je nach Police und Anbieter: Einige Versicherer übernehmen einen prozentualen Anteil pro Therapiesitzung, während andere bis zu einem bestimmten Maximalbetrag pro Jahr beisteuern.

Wir empfehlen, vor Therapiebeginn direkt bei Ihrer Krankenkasse bzw. Zusatzversicherung nachzufragen, welche Regelungen in Ihrem Tarif gelten. Klären Sie am besten im Voraus, ob Ihre Versicherung ambulante Kunsttherapie in Ihrem Fall abdeckt und ob beispielsweise eine ärztliche Verordnung erforderlich ist. Unsere Praxis kunsthilftheilen bietet fachlich fundierte, leitliniengestützte und traumasensible Kunsttherapie im Aargau an und unterstützt Sie gerne bei Fragen zur Kostenklärung und Abrechnung.

Wie melde ich mich für den Malort, Kunsttherapie oder Lehrtherapie an?

Für den Malort melden Sie sich am besten direkt per WhatsApp bei Nici. Für Einzelkunsttherapie, Lehrtherapie oder Laufbahnberatung können Sie Ihren Termin ganz einfach online buchen – oder sich telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular anmelden.

Was ist, wenn ich einen Termin verschieben oder absagen muss?

Bis 48 Stunden vorher ist Ihre Absage im Verhinderungsfall kostenfrei möglich. Bei kurzfristigen Absagen bemühen wir uns, die freie Zeit anderen Klient:innen anzubieten. Gelingt dies nicht, verrechnen wir eine Pauschale von CHF 90,- (die privat zu bezahlen ist). Bei Nichterscheinen ohne Abmeldung wird der volle Tarif privat in Rechnung gestellt.

Wo ist eure Praxis?

kunsthilftheilen bietet ambulante Kunsttherapie an zwei Standorten an: in Windisch (Aargau) sowie in Zürich-Seefeld.

Das Atelier im Badhaus in Windisch liegt zentral, wenige Minuten vom Bahnhof Brugg entfernt, und ist gut erreichbar aus Baden, Aarau, dem Freiamt und der Region Basel. Viele Klient:innen nehmen den Weg bewusst auf sich, um Kunsttherapie in ruhiger Atmosphäre zu erleben. Mehr über unsere Standortlage in Windisch (Aargau) erfahren Sie hier.

Das Praxisatelier in Zürich befindet sich an der Feldeggstrasse 21 im Seefeld, wenige Gehminuten vom Bellevue entfernt. Der Standort ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Velo oder Auto gut erreichbar.

Viele Klient nehmen den Weg bewusst auf sich, um Kunsttherapie in einer ruhigen und geschützten Atmosphäre zu erleben. Mehr Informationen zu unseren Standorten in Windisch und Zürich finden sie auf den jeweiligen Standortseiten.

Gibt es für Begleitpersonen eine Möglichkeit, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen?

Ja, sehr gerne. Wir wissen, dass regelmässige Wartezeiten für Eltern, Erziehungsberechtigte oder Angehörige auch fordernd sein können. Im Vorraum unseres Ateliers im Badhaus der alten Spinnerei in Windisch können Sie sich auf einem Stuhl zurückziehen. Dort können Sie sich mit einem Buch entspannen oder über Ihre eigenen Kopfhörer in Musik vertiefen.

Alternativ lädt die Umgebung zu einem kleinen Spaziergang ein: Eingebettet zwischen Aare und Reuss, umgeben von geschützten Auenwäldern, liegt unsere Praxis am Wasserschloss der Schweiz – ein geschichtsträchtiger Ort der Ruhe und Inspiration. Nutzen Sie diese besondere Landschaft, um frische Luft zu tanken, den Gedanken freien Lauf zu lassen und etwas für Ihr eigenes Wohlbefinden zu tun.

Auch an unserem Standort in Zürich-Seefeld finden sich in unmittelbarer Umgebung verschiedene Cafés, Grünanlagen und Möglichkeiten für einen kurzen Spaziergang am See. So kann auch Ihre Wartezeit zu einem wohltuenden Moment für Körper, Geist und Seele werden.

Quellen:

Diese Informationen basieren auf den aktuellen Angaben der OdA Artecura; Der Liste der reglementierten Berufe und Tätigkeiten in der Schweiz des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF; Des EMR Erfahrungsmedizinischen Registers; Der ASCA Stiftung für Komplementärmedizin; Der EGK-SNE Stiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin; Der Visana Gesundheitskasse; Dem GPK – Fachverband für Kunsttherapie sowie auf dem einheitlichen Abrechnungstarif 590 gemäss der SASIS AG. Für weiterführende Informationen zur kunsttherapeutischen Berufsentwicklung und Nomenklatur wurden zudem die Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien BAG KT; Der Deutsche Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V. DFKGT; Die Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien e.V. WFKT, die British Association of Art Therapists BAAT und die Lektüre von Masuch, J. & Singler, K. (2024) Kunsttherapie – Chancen und Herausforderungen der Forschung, erschienen im Mabuse-Verlag (Wissenschaft 132) berücksichtigt. Der Abschnitt zur sensomotorische Kunsttherapie basiert auf Unterlagen und Texte von Prof. Ortrud Deuser, Cornelia Elbrecht, Prof. Heinz Deuser, Dr. Phil. Bettina Egger und Jörg Merz. Das Geführte Zeichnen basierend auf der Forschung und Dissertation von Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim (Der graphische Ausdruck von Gefühlen /Psychologische Fakultät der Universität Leipzig 1932). Die Abschnitte zur traumsensiblen und trauminformierten Kunsttherapie basieren auf dem Manual zur Behandlung nach Kindheitstrauma, Psychodynamische Therapie der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung von Wöller, Lampe, Mattheß, Schellong, Leichsenring und Kruse (2020) erschienen im Schattauer-Verlag. Die Abschnitte zum Malspiel im Malort haben wir auf Grundlagen der Vorlesungen und Weiterbildung bei Arno und André Stern an der Akademie du Jeudi in Paris geschrieben. Basierend auf Seminarunterlagen, Vorlesungen und Literatur von Prof. Doris Titze und Prof. Dr. med. Gisela Schmeer sind die Ergänzungen zur Formanalytischen KunsTherapie und der Resonanzbildmethode entstanden. Herzlichen Dank an Prof. Dr. phil. Kerstin Schoch für die freundliche Genehmigung zur Inspiration und Nutzung von Teilen ihrer FAQs https://www.kunsthochzwei.com/pop-up-institut. Übersetzung und Prüfung Leichte Sprache, Stufe A2: Pro Infirmis, Büro für Leichte Sprache.

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